Glückliche Übersetzerinnen im Rentenalter?

(Das Folgende sind ergänzende Informationen zu Susanne Höbels Beitrag „Glückliche Übersetzerinnen im Rentenalter?“, der im Heft 02/2019 abgedruckt ist.)

Auszug aus dem Protokoll zum Wolfenbütteler Workshop: „Das liebe Geld“ (2019) mit Claudia Feldmann

Protokollantin: Janine Malz

Thema Altersvorsorge:

Wichtige Grundregeln:

1. Je früher man anfängt, desto besser!
2. „Kleinvieh macht auch Mist“ gilt, auch 50 € im Monat sind über 30 Jahre besser als nix!

Merke: Wer über die KSK versichert ist, bekommt Geld aus der gesetzlichen Rentenkasse. Einmal pro Jahr bekommt man einen Brief von der BfA, in der die voraussichtliche Rente steht.

Wissenswertes zur Absicherung im Alter:

Selbst gemeldetes Einkommen bei der Künstlersozialkasse:

  • wenn man zu wenig meldet, zahlt man auch zu wenig in die Rentenkasse ein; deshalb: realistische Schätzung, man kann den angegebenen Betrag jederzeit formlos oder mit Formular von der KSK korrigieren
  • Möglichkeit: Gewinn vom letzten Jahr (Steuererklärung) als Prognose für nächstes Jahr melden
  • es gibt Prüfungen der KSK à dafür muss man die Steuerbescheide der letzten 5 Jahre einreichen – falls Abweichung festgestellt wird, muss man ggf. nachzahlen
  • diese Zahl (bei der KSK gemeldetes voraussichtliches Einkommen) ist auch relevant für die Riester-Rente

Riester-Rente

  • ist nicht ausreichend, um Versorgungslücke zu schließen, aber auf jeden Fall ein Anfang
  • Vorteile der Riester-Rente: a) Steuerersparnis à Beiträge zur Riester-Rente sind voll absetzbar, fallen nicht unter sonstige Vorsorgeaufwendungen; b) Zuschuss vom Staat – z.B. 20.000 € Gewinn, 4% davon sind 800 €, diese werden in Riester-Vertrag eingezahlt, davon zahlt der Staat 185 €, d.h. wir zahlen nur noch 615 €; wer Kinder hat, profitiert noch mehr, man bekommt zusätzlich 300 € pro Kind (geboren nach 2007, sonst 185 € pro Kind) – bekommt man, solange für diese Kindergeld gezahlt wird); wichtig: Riester-Rente möglichst abschließen, bevor man in Elternzeit geht, weil der Beitrag sich am aktuellen Einkommen bemisst.
  • max. 2100 € pro Jahr einzahlbar à man kann auch freiwillig Höchstsatz einzahlen ODER mal in einem finanzstarken Jahr Höchstsatz zahlen und danach wieder „normal“
  • es gibt jede Menge Anbieter (beraten lassen!), Tipp: Finanztest-Empfehlung, auch Brigitte, Helma Sick-Buch
  • die Riester-Rente muss hinterher voll versteuert werden

Frage: Lohnt es sich, mehr in die Riester-Rente einzuzahlen als den Mindestbeitrag?

Antwort: Kommt darauf an, was man sonst noch an Absicherungen hat, wie breit gestreut die Anlagen sind. Muss für Einzelfall berechnet werden, ob sich private Zusatzversicherung lohnt.

Rürup-Rente

  • eigentlich nur für Gutverdiener interessant, auch während Ansparzeit steuerlich vergünstigt, aber hinterher voll zu versteuern
  • man kann insgesamt bis zu 20.000 € im Jahr steuerlich absetzen, wer durch Bestseller viel verdient oder reich erbt, kann überlegen, Rürup-Rente abzuschließen
  • Vorteil: jedes Jahr kann man neu bestimmen, wie viel man einzahlt; meist durch Einmalzahlung; Überschüsse in Rürup-Rente packen

Private Rentenversicherung

  • Wahl zwischen lebenslanger Rente oder Einmalzahlung; klüger ist lebenslange Rente, da man nie weiß, wie alt man wird, womöglich geht einem das Geld aus
  • Wer mit 67 in Rente geht, muss nur 18% davon versteuern (richtet sich nach Renteneintrittsalter)
  • Nachteil: niedriger Garantiezins von derzeit 0,9% (wobei die Versicherungen meist mehr auszahlen > Überschüsse); Vorteil: Möglichkeit zur einmaligen Zuzahlung, z.B. bei überraschenden Mehreinnahmen

Aktien

  • sollte nicht der 1. Schritt sein, sondern erst Riester-Rente oder private Rentenversicherung
  • man sollte sich gut auskennen und Zeit und starke Nerven haben
  • gute Möglichkeit: Fondssparplan (z.B. jeden Monat 100 € einzahlen), Vorteil: in schwachen Börsenzeiten bekommt man mehr für die 100 €, bei steigenden Kursen mehr Ertrag
  • Aktien sind Langfristanlagen, d.h. wer in 5 Jahren in Rente geht, wird davon nicht profitieren

Magisches Dreieck: Sicherheit – Flexibilität – Rendite (man bekommt nie alles auf einmal!)

Geldanlagen immer splitten – zum Teil langfristig (priv. Rentenversicherung), zum Teil mittelfristig (Investmentfonds) anlegen, zum Teil kurzfristig (Tagesgeld/Festgeld), damit man ggf. Geld rausnehmen kann, wenn man es braucht

Ganz wichtig: Zuschuss zur Altersvorsorge vom Autorenversorgungswerk der VG Wort:

https://www.vgwort.de/die-vg-wort/sozialeinrichtungen/autorenversorgungswerk.html

(> unter AVW II)

Wer 50 oder älter ist und eine zusätzliche private Lebens- oder Rentenversicherung hat, kann einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 7.500 € beantragen. Näheres dazu auf der entsprechenden Seite bzw. bei der VG Wort.

Erben und vererben

  • Vererbung von Urheberrechten à Urheberrechte an Übersetzungen folgen normalem Erbrecht, gehen also auf Kinder oder jemand anderen über, den man in seinem Testament bedacht hat
  • Statt Erbe: Bis zu 20.000 € können Eltern vor Ableben alle 10 Jahre an Kinder verschenken – steuerfrei! (Dasselbe gilt auch für Geschwister oder sonstige Verwandte sowie Freunde.)
  • Möglichkeit bei Erbschaft (oder sonstigem Geldsegen): man kann auch eine private Rentenversicherung mit Einmalzahlung abschließen; je länger das Geld liegt, desto mehr bekommt man raus (Zinseszinseffekt), bei Renteneintritt als Kapital auszahlbar oder als Rente (man kann auch einen Teil vorher entnehmen)
  • Beispiel bei Erbschaft: Du erbst 100.000. Splitten: 50.000 in private Rentenversicherung. Den Rest weiter aufsplitten: Notgroschen auf Tagesgeldkonto und/oder z.B. in Investmentfonds investieren

Wichtig:

  • Testament machen, besonders bei unverheirateten Paaren, sonst hat der Partner keinerlei Ansprüche; bei mehreren Erben klare Regelungen treffen, sonst gibt’s meistens Streit

Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung:

  • auch bei Ehepartnern nötig (!), ohne Patientenverfügung kann man keinerlei Entscheidungen treffen; bei getrennten Konten unbedingt Bankvollmacht erteilen, sonst kein Zugriff aufs Geld

 

NACHKLAPP WORKSHOP – zusätzliche Tipps zum Weiterlesen:

Brigitte-Sonderheft „Finanzen Spezial“:

https://shop.brigitte.de/brigitte-finanzen-spezial-01-2019.html

Buch Helma Sick: „Reich in Rente“ (was in Brigitte angerissen wird, deutlich ausführlicher):

https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Reich-in-Rente/Helma-Sick/Diana/e451889.rhd

Buch Helma Sick: „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“ (Tipps wegen Verdienstausfall durch Kindererziehung)

https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Ein-Mann-ist-keine-Altersvorsorge-Warum-finanzielle-Unabhaengigkeit-fuer-Frauen-so-wichtig-ist/Helma-Sick/Penguin/e542123.rhd

Claudias Buchtipps zum Thema „Berufspraktisches“ (mit Schwerpunkt Finanzen):

https://www.amazon.de/hz/wishlist/ls/3NYKIU1A7YKUO

Info-Broschüren vom Frauenfinanzdienst:

http://www.frauenfinanzdienst.de/publikationen/

Finanzfachfrauen (unabhängige Beraterinnen):

www.finanzfachfrauen.de

Blog zum Thema Finanzen für Frauen:

www.hermoney.de

Nützliches und Hilfreiches zu allen erdenklichen berufspraktischen Themen:

www.mediafon.net

und hier insbesondere der „Ratgeber Selbstständige“ (früher: Ratgeber Freie):

selbststaendigen.info/der-ratgeber/

Tipp für alle, die (erst mal) zur Probe ein Aktiendepot anlegen wollen:

https://www.finanzen.net (auch als App für Smartphone/Tablet)

> da kann man sich – gebührenfrei und ohne jede Verpflichtung – ein Web- bzw. App-Depot einrichten, beliebige Aktien und/oder Fonds reintun und schauen, wie das alles funktioniert und wie sie sich entwickeln (und natürlich auch ein echtes Depot eröffnen, wenn man will)

Und hier noch die Erklärung dafür, warum es sich lohnt, möglichst früh mit dem Sparen anzufangen, selbst wenn man – erst mal – nur kleine Beträge erübrigen kann (> Dorotas „Zaubertopf“ ;-)):

www.finanzfluss.de/zinseszinseffekt/